fvw-Workshops
 
Portugals Südküste stellt sich vor

Wo Expis von den Socken sind

Die Algarve steht für Golfurlaub, richtig. Aber Portugals Südküste bietet mehr. Expedienten machen sich beim FVW-Workshop ein Bild.

Michael Krane 

Ungläubiges Staunen, aber der Kassenbon erlaubt keinen Zweifel: Das Bier kostet 90 Cent. Und das in einem Straßencafé im Zentrum von Tavira, einem der wichtigsten Ausflugsziele für Touristen an der portugiesischen Ostalgarve.

 
 
Es sind Dinge wie die touristische Leitwährung Bierpreis, die manchen Touristiker von den Vorzügen einer Region überzeugen. Dabei leidet die Algarve gleich doppelt: Entweder die Destination ist für Expedienten ein weißer Fleck oder mit reichlich Vorurteilen, darunter das vom teuren Pflaster, belastet. Für die Teilnehmer des FVW-Workshop Algarve gilt jetzt beides nicht mehr. Sie konnten sich vier Tage lang im Ziel umschauen, Eindrücke austauschen, Vergleiche anstellen und sich ein eigenes Bild machen. Das war auch nötig: Denn Algarve-Experten sind rar unter den Reiseverkäufern. Die Region an der Südküste Portugals mit ihren rund 150 Kilometern Küste und einem wild-romantischen Hinterland gehört nicht zu den Destinationen, die der Counter aktiv anbietet. Wenn der Kunde nach Portugal fragt – sicher, dann sind die einschlägigen Kataloge schnell bei der Hand.

„Wir stehen vor einer großen Herausforderung“, gesteht Carlos Luis vom Verband der Incoming-Agenturen. Der britische Markt zeigt sich zwar stark wie eh und je, doch wächst die Zahl der Urlauber von der Insel, die auf eigene Faust anreisen.

Noch mehr Sorgen bereitet der deutsche Markt mit einem Rückgang von 30 Prozent seit 2000. Oliver Zahn, Geschäftsführer des Portugal-Spezialisten Olimar, spricht von einer „dramatischen Entwicklung“. Selbst wenn sich die Einreisezahlen aus Deutschland mittelfristig stabilisieren, organisieren „viele Stammkunden ihren Aufenthalt dank der Low Cost Carrier wohl selbst“, befürchtet er. Germanwings startete im Sommer 2004 mit Verbindungen aus Köln – ausgerechnet der Heimat von Olimar – und legte kräftig zu.

Der einsetzende Verdrängungswettbewerb macht keinen Veranstalter froh. Neukunden müssen her. Größtes Problem: „Die Algarve leidet unter einem Kommunikationsproblem“, meint nicht nur Oliver Zahn.

 

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